Humidor Guide

1. Auswahl und Eigenschaften eines Humidors
 1.1 Auf was muss ich bei der Auswahl des Humidors achten?
 1.2 Das Hygrometer - analog oder digital?
 1.3 Befeuchtungsgerät - passiv oder aktiv?
 1.4 Was macht ein guter Humidor aus?

2. Betrieb von meinem Humidor
 2.1 Wie nehme ich meinen Humidor in Betrieb?
 2.2 Welches Wasser soll ich für mein Befeuchter verwenden?
 2.3 Was ist die korrekte Luftfeuchtigkeit?
 2.4 Was ist die korrekte Temperatur?
 2.5 Muss ich meinen Humidor regelmässig lüften?
 2.6 Wie kalibriere ich mein Hygrometer?

3. Etwas funktioniert nicht
 3.1 Ich habe zu tiefe oder zu hohe Feuchtigkeit
 3.2 Meine Zigarren bekommen Flecken - Schimmel oder Zigarrenblüten?
 3.3 Kann ich ausgetrocknete Zigarren wiederbeleben?

1.1 Auf was muss ich bei der Auswahl des Humidors achten
Als erstes sollten Sie sich überlegen, wie viele Zigarren Sie lagern möchten und für was Sie den Humidor verwenden wollen. Möchten Sie Ihre Zigarren auf Reisen mitnehmen, so empfiehlt sich entweder ein Zigarrenetui oder ein Reisehumidor. Andernfalls wenn Sie einen Humidor für zu Hause suchen, empfiehlt sich ein konvenzioneller Humidor für die offene Lagerung (nicht in Kistchen) von bis zu 150 Zigarren. Möchten Sie mehr Zigarren oder Zigarren in Kistchen lagern, so empfehlen wir einen Humidorschrank.

1.2 Das Hygrometer - analog oder digital?
Es gibt grundsätzlich drei verschiede Arten von analogen Hygrometern.
Analoges Hygrometer mit Metallspirale: Dieses Hygrometer kommt in den meisten Humidoren vor und wie der Name schon sagt, wird die Feuchtigkeit über eine Metallspirale gemessen. Dabei dehnt sich die Spirale je nach Feuchtigkeit aus oder zieht sich zusammen. Leider gehören diese Hygrometer auch zu den ungenausten und es sind Abweichungen von bis zu 40% möglich. Zusätzlich lassen sich diese Hygrometer nur sehr schwer kalibrieren wodurch wir von einer Verwendung von einem Spiralhygrometer abraten.

Analoges Hygrometer mit Echthaar: In diesem Hygrometer werden echte Haare zur Messung der relativen Luftfeuchtigkeit verwendet. Diese weisen eine deutlich höhere Genauigkeit auf, müssen jedoch aufwendig gepflegt werden. So muss das Hygrometer alle paar Wochen in einen feuchten Lappen gewickelt werden, damit das Haar nicht austrocknet. Zudem erfolgt die Ausdehnung des Haares logarithmisch, wodurch die Messauflösung nicht über alle Bereiche gleich genau ist. Aus diesen Gründen eignet sich diese Technik für den normalen Humidorbetrieb nicht.

Analoges Hygrometer mit Synthetik Haar: Hier wird die relative Feuchtigkeit über ein synthetisches Haar gemessen. Dadurch wird eine hohe Messgenauigkeit erzielt und sie sind praktisch wartungsfrei. Wir empfehlen dennoch, das Hygrometer einmal pro Jahr zu kalibrieren.

Digitale Hygrometer: Digitale Hygrometer gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Diese Hygrometer sind relativ genau, wobei man sich hier nicht von der digitalen Anzeige blenden lassen sollte. Die digitalen Hygrometer bieten eine gute Alternative zu den Haarhygrometer.

1.3 Befeuchtungsgerät - passiv oder aktiv?
Bei der Auswahl des Befeuchtungsgerätes muss das Volumen des Humidors unbedingt beachtet werden. Wählen Sie das Befeuchtungsgerät so, dass es den Humidor auch auf die gewünschte relative Feuchtigkeit bringt. Bei einem grösseren Humidor oder einem Humidorschrank empfiehlt sich ein aktives Gerät, bei kleineren Humidoren kann auch ein passives Gerät eingesetzt werden.
Grundsätzlich lässt sich mit einem aktiven Befeuchtungsgerät das Klima besser unter Kontrolle halten. Je nach Gerät kann ein Durchschnittswert der Feuchtigkeit über die vergangenen Tage ausgelesen werden und das Gerät zeigt an, wenn neues Wasser aufgefüllt werden muss.
Bei den passiven Befeuchtern unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Typen. Zum einen git es die klassischen Befeuchter mit einem Schwamm. Hier wird die Feuchtigkeit gespeichert und langsam verdunstet. Zum anderen git es die Befeuchter mit Polymer Kristallen, die grosse Mengen Wasser aufnehmen können. Der Vorteil dieser Technik ist, dass es die Feuchtigkeit selbst zwischen 70% bis 72% reguliert. Aus diesem Grund können wir Ihnen diese Technik wärmstens empfehlen.

1.4 Was macht ein guter Humidor aus?
Ein guter Humidor muss neben dem ansprechenden Design folgende Eigenschaften aufweisen:
Das Innenholz muss die Feuchtigkeit gut aufnehmen können. Von Vorteil ist eine Innenausstattung aus Zedernholz. Dieses Holz ist geschmacksneutral und eignet sich ideal zur Lagerung von Zigarren

Der Humidor sollte gut schliessen, damit eine konstante Luftfeuchtigkeit garantiert werden kann.

Möchten Sie die Zigarren über eine längere Zeit lagern, so empfehlen wir Ihnen einen Humidor der komplett aus Holz oder einem anderen lichtundurchlässigen Material gefertigt ist. Möchten Sie die Zigarren zeitnah konsumieren, so kann auch ein Humidor mit einem Glasdeckel verwendet werden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass der Humidor nicht direkt in der Sonne steht, da sonst die Zigarren durch das Glas an Qualität einbüssen können.

Weiter sollte darauf geachtet werden, dass das Befeuchtungsgerät für die Humidorgrösse geeignet ist und genügend Feuchtigkeit abgeben kann. Wir empfehlen eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 70%, welche konstant gehalten werden sollte.

2.1 Wie nehme ich meinen Humidor in Betrieb?
Bevor Sie den Humidor mit Zigarren befüllen, muss die korrekte Luftfeuchtigkeit (65-75%) sich eingependelt haben. Dazu sollten Sie zuerst ein Tuch mit destilliertem Wasser anfeuchten und damit alle Holzkomponenten im Innern des Humidors anfeuchten. Anschliessend stellen Sie ein Glas mit Wasser für ca. 3 Tage in den Humidor. Dadurch sollte das Holz die notwendige Feuchtigkeit aufnehmen können. Ist das Holz nicht ausreichend angefeuchtet, besteht die Gefahr, dass die Feuchtigkeit den Zigarren entzogen wird.
Ist das Holz nun angefeuchtet, so kann der Befeuchter für  ca. 5min. in destilliertes Wasser eingelegt werden und anschliessend montiert werden. Zuletzt sollte noch das Hygrometer kalibriert werden und Ihr Humidor ist bereit für die Lagerung Ihrer Zigarren.

2.2 Welches Wasser soll ich für mein Befeuchter verwenden?
Grundsätzlich empfiehl es sich, destilliertes Wasser zu verwenden, da so keine Rückstände im zurück bleiben. Wenn Sie einen Acryl Polymer Befeuchter verwenden, müssen Sie zwingend destilliertes Wasser verwenden, da sonst der Befeuchter kaputt gehen kann. Aus hygienischer Sicht empfiehlt es sich zudem, destilliertes Wasser mit Silberionen zu verwenden.

2.3 Was ist die korrekte Luftfeuchtigkeit?
Die optimale Luftfeuchtigkeit zur Lagerung der Zigarren liegt zwischen 65 und 75 % relativer Luftfeuchtigkeit. In einer solchen Umgebung enthält die Zigarre ca. 14% des Eigengewichtes in Wasser. Die Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls entscheidend beim Abbrennen der Zigarren, ist sie zu trocken, so brennt sie schneller ab, ist sie zu nass, so entsteht ein unregelmässiger Brand und sie kann sogar ausgehen.
Liegt die Luftfeuchtigkeit unter 65% werden die Zigarren brüchig und erhält beim Rauchen einen bitteren Geschmack.
Liegt die Luftfeuchtigkeit über 75% so bekommt sie einen herben und schweren Geschmack. Wenn die Luftfeuchtigkeit 80% überschreitet, können die Zigarren faulen und es bildet sich Schimmel.

2.4 Was ist die korrekte Temperatur?
Es wird eine Temperatur zwischen 18 und 21°C empfohlen. Steigt die Temperatur über 24°C an, so besteht die Gefahr von Wurmbefall oder Fäulnis der Zigarren.

2.5 Muss ich meinen Humidor regelmässig lüften?
Zigarren benötigen Sauerstoff und daher sollte von Zeit zu Zeit der Humidor kurz geöffnet werden. Wir empfehlen den Humidor mindestens einmal alle zwei Wochen kurz zu öffnen und gleich wieder zu verschliessen. Ein kleiner Tipp, Sie können das Öffnen auch gleich zum Überprüfen der Luftfeuchtigkeit nutzen. Wenn Sie in der Zwischenzeit den Humidor öffnen um eine Zigarre zu entnehmen, reicht das natürlich auch schon.

2.6 Wie kalibriere ich mein Hygrometer?
Dazu gibt es zwei unterschiedliche Methoden:
Zum einen kann das Hygrometer in eine kleine, luftdicht verschliessbare Plastikdose gelegt werden. Dazu muss ein mit Salz gefülltes Schnapsglas in die Dose gelegt werden, welches mit ein paar Tropfen Wasser angefeuchtet wird. Nun muss die Dose für mindestens 8 Stunden luftdicht verschlossen bleiben. Danach sollte sich eine Luftfuechtigkeit von genau 75% eingestellt haben. Nun können Sie das Hygrometer entsprechend einstellen.
Zum anderen können Sie auch das Hygrometer in ein nasses Tuch wickeln. Nach ca. einer Stunde sollte sich nun eine relative Luftfeuchtigkeit von 96% eingestellt haben. Nun können Sie das Hygrometer entsprechend einstellen.

Wichtig: Es können nicht alle Hygrometer kalibriert werden. Klären Sie vor der Kalibration ab, ob das Hygrometer kalibriert werden kann.

3.1 Ich habe zu tiefe oder zu hohe Feuchtigkeit
Die Feuchtigkeit ist zu tief: Zuerst sollten Sie sicherstellen, dass das Hygrometer korrekt kalibriert ist. Ist die Feuchtigkeit anschliessend noch immer zu tief so kann es zum einem am Befeuchter liegen. Prüfen Sie dazu, ob dieser ausreichend mit Wasser befüllt ist. Wurde normales Leitungswasser anstelle von destiliertem Wasser verwendet, so können sich die Poren des Schwammes verstopfen. In diesem Fall müssen Sie den Schwamm austauschen.
Liegt es nicht am Befeuchter und dem Hygrometer, so kann es sein dass der Humidor sich nicht richtig verschliesset.
Die Feuchtigkeit ist zu hoch: Prüfen Sie, ob das Hygrometer korrekt kalibriert ist.

3.2 Meine Zigarren bekommen Flecken - Schimmel oder Zigarrenblüten?
Wenn sich die Flecken auf der Zigarren einfach mit einem Tuch oder einem Pinsel entfernen lassen, so sind es Zigarrenblüten, welche durch den normalen Alterungsprozess entstehen. Diese sind normal und beeinträchtigen die Qualität der Zigarre nicht.
Sind die Flecken blau- grünlich und lassen sich nicht abwischen, so handelt es sich sehr wahrscheinlich um Schimmel. In diesem Fall sollten Sie die befallenen Zigarren sofort aus dem Humidor entfernen und entsorgen. Die unbefallenen Zigarren müssen sorgfältig abgewischt werden und der Humidor gereinigt werden. Als Ursache für Schimmel ist meistens eine zu hohe Luftfeuchtigkeit verantwortlich.

3.3 Kann ich ausgetrocknete Zigarren wiederbeleben?
Grundsätzliche ist es möglich eine ausgetrocknete Zigarre wiederzubeleben, wodurch jedoch Qualitätseinbussen in Kauf genommen werden müssen. Dazu geben Sie der Zigarre schrittweise etwas mehr Luftfeuchtigkeit hinzu bis sie wieder auf ca. 70% ist. Dadurch sollte die Zigarre in ca. 2 Wochen wieder geniessbar sein.

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